Archiv für die ‘Fernsehprogramm’ Kategorie

Jan Josef Liefers ist absolute Spitze!

26 November 2009

„Es liegt mir auf der Zunge“, eine TV-Biografie des legendären Fernsehkochs Clemens Wilmenrod, zeigte das Erste am 25. November zur Prime Time – und das mit Recht! Die Geschichte des Erfinders der Kochshow, die der NWDR (damals noch Nordwestdeutscher Rundfunk) im Jahre 1953 erstmalig ausstrahlte, konnte begeistern. Jan Josef Liefers spielte den verarmten, mittelmäßigen Schauspieler Clemens Claus Hahn, der die Idee hatte, den Hausfrauen etwas vorzukochen. Hahn, dann mit „Künstlernamen“ also Wilmenrod, konnte zwar nicht kochen, aber mit Hilfe seiner Frau, teilweise geklauten Rezepten und viel schauspielerischem Einsatz machte er sich als erster Koch der Nation einen Namen. Den Namen Clemens Wilmenrod kennt nur noch die ältere Generation, aber sein Toast Hawai hat auch bei vielen jüngeren Leuten bis heute überlebt. Liefers konnte, wie in den meisten seiner Rollen, mit überzeugender Lässigkeit glänzen und zeigte eine Leistung der absoluten Spitzenklasse. Eine schöne Erinnerung an die Gründerzeit des Fernsehens und eine ausgezeichnete Unterhaltung mit spritzigem Humor, tiefgründigen Nebenschauplätzen, nachdenklichen Passagen und sogar für die Ü-80-Generation, d.h. für Nadia Tiller und Walter Giller, war noch eine kleine Nebenrolle frei. Das war eine tolle Fernsehunterhaltung, die man nicht sehr oft angeboten bekommt.

„britt, de Sendung is voll krass, ey!“

24 November 2009

Seit wann gehören Übelkeit und Brechreiz zu einer Erkältung, dachte ich mir, als ich heute um die Mittagszeit auf dem Sofa liegend in die Glotze schaute? Nach einiger Zeit wurde mit klar, dass nicht die Erkältung, sondern nur das Fernsehprogramm die Schuld an der Übelkeit haben konnte. Erstmalig hatte ich mich in die SAT1 -Mittagstalkshow „britt“ verirrt und konnte kaum glauben, was man da sehen und vor allem hören konnte.
Zum Thema „Blind vor Liebe!“ waren einige Protagonisten zu bestaunen, bei denen man den Eindruck haben konnte, dass ihr IQ etwa bei der Höhe einer Teppichkante liegt. Im ersten Fall trat die übergewichtige 27-jährige Hausfrau Jessy auf, die ihrer Freundin Sabrina, einer naiven 20-jährige Verkäuferin, den Freund Bektas ausreden wollte. Bektas, der den neuen deutschen Dialekt „kanak“ ausgezeichnet beherrschte, spielte den coolsten Matscho nördlich des Mains. Später konnte man noch Wurstverkäufer Malte und seine „Ex“ Jenny bewundern, die nicht wusste ob sie schwanger ist oder nicht und eine 16-jährige Zuschauerin durfte mit dem Satz glänzen: Wenn ich poppe, dann verhüte ich wenigstens….
Ein noch niedrigeres Niveau einer Sendung, die wirklich keiner braucht, gibt es kaum! Falls Sie nicht der Meinung sind, dann können Sie sich schon auf eines der nächsten Themen freuen, das lautet: Durchgangsverkehr! Mit wem warst Du noch im Bett?

Da hat die SPD etwas (noch immer) nicht verstanden!

15 November 2009

Die Berichterstattung vom SPD-Parteitag, die in allen Nachrichtensendungen von ARD, ZDF, RTL und SAT1 zum Hauptthema wurde, konnte keine Neuigkeiten vermelden. Wie erwartet, wurde Gabriel zum Vorsitzenden gewählt. Es gab kaum jemanden, der sich für dieses Amt interessiert hat, aber wer bei Schröder gelernt hat, der hat wahrscheinlich den „Grundkurs in Machtgeilheit“ besucht. Es war zwar keine große Überraschung, dass Frau Nahles für die Wahl zur Generalsekretärin nicht einmal 70% der Delegiertenstimmen hinter sich bringen konnte, aber für diese Funktion keine gute Voraussetzung. „Münte“ darf sich zu seiner 40 Jahre jüngeren „Mitbewohnerin“ zurückziehen und der farblose Steinmeier konnte auch beim Versuch einer Angriffsrede gegen die Regierung nicht überzeugen. Der Leitantrag des Parteitages wurde (man höre und staune) mit einer ganzen Gegenstimme verabschiedet. Auch der Leitantrag hat wenige Neuigkeiten; es sollen allerdings 3 neue „Neidsteuern“ eingeführt werden: die Vermögenssteuer, eine Finanzmarktsteuer und ein Bildungssoli auf Spitzeneinkommen. Da hat die SPD etwas noch immer nicht verstanden: Sozial ist nicht den Reichen etwas wegnehmen, sondern den Armen etwas zu geben! Das hatten vorher Angela und Guido bereits mit dem dreifachen Schonvermögen und einem Hinzuverdienst von 400 € für ALGII-Empfänger getan. Mit solchen Entscheidungen befinden sich CDU und FDP eindeutig weiterhin auf der Überholspur und die SPD darf sich nicht wundern, wenn auch die Linke demnächst vorbeizieht……

Neues Berufsbild: Preisausschreibenteilnehmer/in…?

10 November 2009

In Sachsen ist ein neues „Berufsbild“ entstanden, das sieht mindestens Eva-Maria Stiller so, die am 9. November in SAT1 als Gast in der Sendung >Kerner< zu sehen war. Sie sieht sich als professionelle Gewinnspielteilnehmerin und übt diesen „Beruf“ seit nunmehr 19 Jahren, wie sie sagt, mit Erfolg aus. Das Monatsende, wenn viele Gewinnspiele auslaufen, empfindet sie als richtigen Stress, erklärte die 49-jährige Mutter von zwei Kindern, die monatlich im Durchschnitt etwa 800 bis 1.000 Teilnahmekarten verschickt. Sie hat inzwischen 1.195 Gewinne in ihrer Kladde notiert, wobei alles unter 10,– EURO nicht „gebucht“ wird. Die vielen gewonnenen Reisen, schafft man zeitlich nur sehr schlecht erklärte sie und konnte berichten, dass sich unter den größeren Gewinnen nicht nur Reisen, sondern auch einige Fahrräder, mehrere Fernsehgeräte und sogar ein kleines Auto befanden. Die Masche, mit der sie gewinnt, sind selbst gebastelte, große, bunte, mit einer Zackenschere bearbeitete Teilnahmekarten, die sie meist in großen Mengen kurz vor dem Einsendeschluss verschickt. Das tut sie überwiegend aus Tschechien, weil dort das Porto wesentlich günstiger ist. Wenn man sich selbst als „professionell“ bezeichnet und nach eigener Aussage einen monatlichen Gewinn damit macht, könnte das Finanzamt doch auch darauf kommen, das es sich hier um eine „gewerbsmäßige Tätigkeit“ handelt, oder?

Fulminantes Finale des RTL Quoten-Garanten „Schwiegertochter gesucht“

2 November 2009

Eine schlechte Nachricht für alle leidenschaftlichen Fremdschämer; die heutige Ausgabe von „Schwiegertochter gesucht“ war die letzte der aktuellen Staffel. Eine Ära geht zu Ende. Die Don Juans des RTL-Kultformats haben sich in dieser Zeit jedoch nicht allein in die Herzen ihrer Auserwählten auf Zeit geschwiegen, sondern auch in die Herzen der Zuschauer. Mit ihrem Charme haben die Casanovas, wie zum Beispiel, Schlagerfreund Bernd, Kakaotrinker Jens, Kavalier Uwe oder Hasenfreund Holger, nicht selten für humorvolle Situationen, zumindest für den geneigten Zuschauer, gesorgt.

Annähernd 5 Millionen Menschen haben die Flirtversuche der Männer verfolgt, die man normalerweise eher als Täter in Formaten wie Criminal Minds findet.
In der letzten Folge haben nun alle Männer, mit Ausnahme von Bernd, der lieber weiterhin alleine mit seiner Mutter Daggi lebt, die Frau fürs Leben gefunden.
Wer die Zeit bis zur nächsten Staffel „Schwiegertochter gesucht“ überbrücken will, dem empfehlen wir „Bauer sucht Frau“.

Die Prosieben Sat1 Media AG bittet zur Kasse

30 Oktober 2009

Pro7 Sat1 Media AG plant Pay-TV

Wie der Onlinedienst Yahoo meldete plant die Pro7 Sat1 Media AG ihr TV Angebot als Pay-TV Programm Umstrukturieren zu wollen. Die Zuschauer sollen kräftig zu Kasse gebeten werden, weil dem Konzern die laufenden Kosten, und Kredite über den Kopf wachsen. Insgesamt sind 3.600.000.000 Euro (3,6 Mrd.) ausstehend, die bis spätestens 2014/15 bezahlt werden müssen. Diese Summen werden bisher nur zinstilgend bedient, da dem Konzern das Geld fehlt. Neue Investitionen, sowie langfristige Verträge mit Produktionsfirmen, gestiegene Kosten in allen Bereichen, und sinkende Werbeeinnahmen sorgen für diese Probleme. Die sinkenden Werbeeinnahmen, die privaten Sendern zunehmend zu schaffen machen sollen dafür verantwortlich sein. RTL Vorstandschef Gerhard Zeiler räumt bis Mitte 2010 nochmal sinkende Werbeeinnahmen von bis zu 3 % ein. Alleine diese Prognose, sowie die laufenden Kredite, die der Pro7 Sat1 Media AG langsam den Hals zuschnüren sorgen dafür, das es dringend notwendig geworden ist, neue Einnahmequellen zu erschließen.
Aus den Reihen der Pro7 Sat1 Media AG hieß es zu diesem Thema das dringend Endkunden Abos, und Einmalzahlungen erschlossen werden müssten, um unter anderem die nähe zum Kunden herstellen zu können. Bereits jetzt laufen die Kunden Sturm gegen dieses vorhaben. Online Umfragen bestätigen, das diese Nachricht den Kunden vorkommt, als wolle man nur an ihr Geld kommen, ist nachvollziehbar. Der deutsche Markt ist für dieses Programm nicht mehr offen, nachdem man vor einigen Jahren bereits den deutschen den Lieblingssport, Fußball, weggenommen hat, und diesen nur noch gegen Entgelt in einem Sky Abbo frei bekommt. Kaum ein deutscher Haushalt ist bereit, oder in der Lage, weitere Summen für TV Sender aufzubringen. Das man hier der Meinung ist Abgezockt zu werden, ist logisch.
Das gerade in der heutigen Situation viele Firmen an der Werbung sparen musste auch die Pro7 Sat1 Media AG spüren, ging doch der Umsatz bereits im ersten Quartal diesen Jahres um 10% auf 700 Mio. Euro zurück. Diese Summen reichen nicht mehr aus, um die laufenden Kosten, Kredite, Gehälter und neue Produktionen zu bedienen, und so befindet man sich in einer Krise. Bisher hat die Aktie der Pro7 Sat1 Media AG heute bereits knapp 9 % verloren. Dieser Trend wird sich wohl aufgrund der aktuellen Situation und der geplanten Schritte weiter sinken.

Die spinnen, die Briten mal wider.

8 Oktober 2009

“Hallo, mein Name ist Alexander und ich bin der Gründer von compare-the-meerkat. Mit diesen Worten beginnt der erste Teil einer TV-Werbekampagne, die seit Wochen DER Gesprächsstoff in Großbritannien ist. Alexander ist ein Erdmännchen (engl.): Meerkat, er trägt einen schicken Schlafrock und spricht mit russischem Akzent. Gerade hat er eine Website für Erdmännchen ins Leben gerufen und die wird nun – sehr zu Alexanders Ärger – fälschlicherweise von Tausenden von Usern heimgesucht, die Autoversicherungen vergleichen möchten. Das sollten sie lieber auf “compare-the-market.com” tun, meint Alexander und denkt sich allerlei aus, um den Leuten den Unterschied zwischen den beiden Websites klar zu machen. Die Kampagne hat zu einer wahren Erdmännchen-Hysterie im Inselkönigreich geführt und treibt seltsame Blüten. So gibt es zum Beispiel schon Erdmännchen als Gartenfiguren und auf Kaffeebechern. Auf YouTube hat Alexander inzwischen Starkult. Am deutlichsten aber wird die meerkatmania im Londoner Zoo. Dort sind eigentlich die Löwenbabys, die im Sommer geboren wurden, die Attraktion. Tatsächlich aber umlagern die Besucher das Erdmännchen-Gehege und rufen die Tiere neckisch bei immer demselben Vornamen … “Alexander”!

Langnasen haben keine Chance.

5 Oktober 2009

Das Format “Sag die Wahrheit” ist ein Klassiker. Es wurde in den USA Mitte der 1950er Jahre entwickelt und auch hierzulande schon mehrfach umgesetzt. Der SWR bringt es seit Anfang 2000 mit dem wortgewaltigen Moderator Michael Antwerpes montags ab 22:00 Uhr auf Sendung. Die Spielregeln sind easy: Drei Kandidaten behaupten jeweils eine bestimmte Person zu sein und das Rate-Team muss mit geschickten Fragestellungen, den Betreffenden herausfinden und die zwei Lügner entlarven.
Wortwitz und Wortspielchen sind garantiert, wenn das derzeitige Rate-Team mit Smudo von den Fantastischen Vier, Ursula Cantieni, Mike Krüger und Kim Fischer mit ihrem Fingerspitzengefühl und ihren gesunden Menschenverstand scharfzüngig die Kandidaten abklopfen. Bisweilen brutal-ehrlich werden diese Herrschaften aufs Korn genommen. Wer vom Team einen Treffer gelandet hat, freut sich wie ein Kind oder ist ebenso enttäuscht. Das geht ans Herz. Dieses Mal war es der sogenannte Kommissar Smudo, der unter drei recht bizarren Damen, diejenige herausfand, die aus Stoff und Tüll mit der Hand Menschengroße Figuren oder auch sonst noch so allerlei näht und als Panoptikum ausstellt. Auch die Kanzlerin hat die Künstlerin als lebensgroße Figur zusammengenäht. “Ich spüre sie umweht so ein gewisse Fludium. Das kenne ich von mir auch.” Bauchgefühl. Treffer – versenkt, Smudo.

Kann denn Liebe Sünde sein?

1 Oktober 2009

Eins ist sicher, wenn Hendryk M. Broder irgendwo auftritt, Bissigkeit und Zynismus kommen nicht zu kurz, da kann auch selbst ein Johannes B. Kerner (ZDF) der Garant für Flachheiten, nichts vermasseln. Jetzt in Nach-Wahlzeiten reichen sich die Prominenten aus Politik und Journaille in den Talk-Shows die Klinke in die Hand. Es wird bewertet und analysiert, warum diese Wahl 2009 so gelaufen ist, wie sie lief und wer die Schuld am großen Disaster der SPD trägt. Kerner behauptet von sich, keine Schadenfreude zu empfinden. Na, wer das glaubt … Es kündigt sich auf jeden Fall an, dass die Zeiten generell heiß werden.
Broder, der Alt-Linke und ehemalige Pardon-, Spontan- und heutige Spiegel-Autor outet sich als CSU-Wähler. Immerhin ist er erst jüngst von Berlin nach Augsburg umgezogen und schon fühlt sich dieses Schlitzohr seinem neuen Heimatland verpflichtet und ist stolz auf seinen Ministerpräsidenten Seehofer, der immerhin wenigstens ein uneheliches Kind hat. “Das wäre nur durch einen Pornoshop im Vatikan zu toppen.”, meint Broder zu Seehofers Abwegen. Sein Mitleid für die Wahlverlierer SPD, der Broder immerhin über Jahrzehnte die Treue gehalten hatte, gleicht eher einer Schäm. “Ohne die Schwiegermutter fehlt uns auch was …” “Tja, jetzt muss eben eine psychotherapeutische Massenbehandlung stattfinden.” Das mag stimmen, Herr Broder, aber es stimmt ja wohl nicht, dass Sie von Hubertus Heil, dem bis eben noch Generalsekretär der SPD zwecks Partei-Anwerbung angerufen wurden. “Wir haben nett miteinander geplaudert, doch dann stellten wir fest, dass Hubertus Heil sich verwählt hatte. Er wollte eigentlich mit Dirk Bach reden.” Na, wer das glaubt … unterstützte doch Dirk Bach im Wahlkampf Die Grünen und Hendryk M. Broder unterstützt immer nur einen: Hendryk M. Broder.

ARD zieht den Stecker

23 September 2009

Wenn Andy Borg seinen Musikantenstadl moderiert, schaut die Jugend ganz sicher nicht ARD. Doch es soll ja auch Leute geben, denen die Volksmusik gefällt. Und diese Leute saßen am Samstagabend vor ihren Fernsehern und folgten der Übertragung – eine Live-Übertragung. Dass wirklich live gesendet wurde, davon konnten sich alle nach 120 Minuten überzeugen, denn da war Schluss. Andy Borg war zwar noch nicht am Ende, die ARD dagegen schon. Gerade war eine Blaskapelle angesagt und dann schauten 5,63 Millionen Zuschauer sprichwörtlich in die Röhre, denn die ARD brach die Live-Übertragung ab.

Begründung der ARD: Die Lottozahlen sollten pünktlich gezeigt werden. Stimmt, was können denn auch die Lottozahlen dafür, dass so ziemlich jede Live-Sendung länger dauert, als geplant. Doch die Lottozahlen mussten wirklich pünktlich gezeigt werden, dies lag aber nicht an ihnen selbst, sondern am weiteren ARD-Programm an diesem Abend. Da stand nämlich noch der Boxkampf zwischen Sebastian Sylvester und Giovanni Lorenzo an. Wahrscheinlicher dürfte es sein, dass beim “Musikantenstadl” der Stecker gezogen wurde, damit der Boxkampf rechtzeitig beginnen konnte.