Die Berichterstattung vom SPD-Parteitag, die in allen Nachrichtensendungen von ARD, ZDF, RTL und SAT1 zum Hauptthema wurde, konnte keine Neuigkeiten vermelden. Wie erwartet, wurde Gabriel zum Vorsitzenden gewählt. Es gab kaum jemanden, der sich für dieses Amt interessiert hat, aber wer bei Schröder gelernt hat, der hat wahrscheinlich den „Grundkurs in Machtgeilheit“ besucht. Es war zwar keine große Überraschung, dass Frau Nahles für die Wahl zur Generalsekretärin nicht einmal 70% der Delegiertenstimmen hinter sich bringen konnte, aber für diese Funktion keine gute Voraussetzung. „Münte“ darf sich zu seiner 40 Jahre jüngeren „Mitbewohnerin“ zurückziehen und der farblose Steinmeier konnte auch beim Versuch einer Angriffsrede gegen die Regierung nicht überzeugen. Der Leitantrag des Parteitages wurde (man höre und staune) mit einer ganzen Gegenstimme verabschiedet. Auch der Leitantrag hat wenige Neuigkeiten; es sollen allerdings 3 neue „Neidsteuern“ eingeführt werden: die Vermögenssteuer, eine Finanzmarktsteuer und ein Bildungssoli auf Spitzeneinkommen. Da hat die SPD etwas noch immer nicht verstanden: Sozial ist nicht den Reichen etwas wegnehmen, sondern den Armen etwas zu geben! Das hatten vorher Angela und Guido bereits mit dem dreifachen Schonvermögen und einem Hinzuverdienst von 400 € für ALGII-Empfänger getan. Mit solchen Entscheidungen befinden sich CDU und FDP eindeutig weiterhin auf der Überholspur und die SPD darf sich nicht wundern, wenn auch die Linke demnächst vorbeizieht……
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Da hat die SPD etwas (noch immer) nicht verstanden!
15 November 2009Plasberg diesmal „weich aber fair“!
6 November 2009Frank Plasberg fehlte in der ARD-Sendung hart aber fair, die man mittwochs im Ersten sehen kann, leider am 4. November die sonst bekannte Härte. Die Gäste waren der Kohl-Berater Horst Teltschik, ZDF-Moderator Wolfgang Herles, Boxer Henry Maske, die Journalistin Angela Elis und Uwe Steimle, der früher im Polizeiruf 110 als Kommissar zu sehen war. Das Thema der Sendung „Einigkeit und Recht auf Fremdheit – wann fällt die Mauer in den Köpfen?“ wurde sehr aufgeregt diskutiert. Steimle, der bereits als „Nörgel-Ossi“ bekannt ist und dies immer in einem strengen sächsischen Dialekt tut, verherrlichte seine alte DDR diffamierte die Westdeutschen, die wegen des Aufstands am 17. Juni 1953 früher Gedenkkerzen in die Fenster stellten und auch Angela Merkel bekam noch „kräftige Seitenhiebe“. Sogar Frank Plasberg schien einen Moment von den Angriffen so überrascht, dass er nicht hart genug einstieg; blieb aber fair und versuchte sogar noch die Bundeskanzlerin gegen den aggressiven Sachsen zu verteidigen. Solange solche Leute weiterhin zu Fernsehsendungen eingeladen werden, wird es noch lange dauern bis die Mauer in den Köpfen fällt.
Very British, very Schlau
11 Oktober 2009Noch steht nicht einmal der Termin für die nächste Parlamentswahl in England fest. Doch bereits jetzt wird darüber gestritten, ob im Vorfeld TV-Duelle wie in Deutschland ausgestrahlt werden sollten. Bislang hat es so etwas im britischen Fernsehen noch nicht gegeben. Seit der letzten Bundestagswahl aber verlangen nun vor allem die Tories so wird die konservative Partei in England genannt) und die “Lib Dems” (vergleichbar mit den Freien Demokraten) nach einer entsprechenden TV-Gelegenheit, die Wähler für sich einzunehmen. Bislang hat sich Premierminister Gordon Brown von der “Labour”-Partei (entspricht den deutschen Sozialdemokraten) noch heftig gegen das Ansinnen eines Fernsehduells wehren können. Kein Wunder, dass er sich sträubt – er hat am meisten zu verlieren während seine Gegner eigentlich nur gewinnen können. Doch die jüngsten Umfragen lassen ihn nun einlenken. Sie signalisieren, dass eine Mehrheit in der Bevölkerung ein TV-Duell sehr wohl sehen möchte und als Hilfe zur Wahlentscheidung betrachten würde. Die letzte Meldung aus Downing Street Number 10 geht denn auch in die richtige Richtung. Der Regierungschef, so heißt es von dort, habe sich inzwischen mit dem Gedanken eines TV-Duells angefreundet und denke positiv darüber nach.