Simone Rethel, die 46 Jahre jüngere Frau des legendären 106-jährigen Johannes „Jopi“ Heesters, erzählte in der ARD bei Beckmann am 1. Februar selbst den bekannten Witz über sich selbst und Jopi: Es klingelt, Jopi öffnet die Tür und schaut dem Tod in die Augen. Jopi dreht sich sofort um und sagt: „Simone, für Dich!“ Inzwischen zwar erblindet und etwas wackelig auf den Beinen, zieht es den holländischen Sänger noch immer auf die Bühne. So gut geht es vielen Menschen nicht, das war das Thema der Sendung: „Pflege vor dem Kollaps – droht einer ganzen Generation die Altersarmut?“ Darüber diskutierten Claus Fussek, der als Kenner zusammen mit zwei Pflegekräften auf die Missstände aufmerksam machte, ein Frisör, der seit 12 Jahren seine Mutter pflegt, die einen Schlaganfall erlitten hatte, die oben bereits zitierte Simone Rethel und Dr. Philipp Rösler, der neue F.D.P. -Bundesgesundheitsminister. Kaum nachvollziehbare Zustände in den Pflegeheimen, Brutalität der Pflegekräfte und die hohen Kosten für die stationäre Pflege im Vergleich zu dem Ausgleich den Menschen bekommen, die ihre Angehörigen selbst zu Hause pflegen, wurden diskutiert. Philipp Rösler machte einen ehrlichen und bemühten Eindruck und es war auch sehr angenehm in diesem Zusammenhang nicht mehr die furchtbare Leierstimme von Ulla Schmidt hören zu müssen, aber zum Volkshelden wird im Amt des Gesundheitsministers wahrscheinlich niemand.
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Simone – für Dich!
2 Februar 2010Anne “will” – kann’s aber nicht!
26 Januar 2010Die Schonfrist müsste eigentlich schon lange abgelaufen sein, aber die ARD lässt Anne Will jede Woche wieder einen neuen Versuch starten die Zuschauer zu vergraulen. Sie war zwar bei den Tagesthemen brauchbar, aber als Moderatorin einer Talkshow eher nicht. Das merkt man auch an der Qualität der Gäste, die mit dem Niveau der Gäste von Sabine Christiansen nichts mehr zu tun hat. Für das so wichtige Thema Leiharbeit unter dem Motto: „Methode Schlecker – Faire Arbeitsplätze Fehlanzeige?”, hätte man sich schon die erste Reihe der Politik gewünscht, um konkrete Änderungszusagen in diesem von Schröder zu verantwortenden Gesetzeswerk zu bekommen. Außer dem Personaldienstleister Peter Mumme, der für die Branche dazugehörte und dem früheren Chef der Bundesanstalt für Arbeit und heutige Präsident des neu gegründeten Arbeitgeberverbandes Neue Brief- und Zustelldienste Florian Gerster (SPD), der als Lobbyist natürlich die Billiglöhne verteidigte, nur Fehlanzeigen. Wer will die ausgemusterte Herta Däubler-Gmelin von der SPD, den unbekannte ver.di-Mann Achim Neumann und die Lidl-Betriebsrätin Ulrike Schramm-de Robertis in einer solchen Sendung sehen? Dazu noch der 26-jährige Fabian Stölzel, der als ungelernter Briefzusteller gekündigt hat und für 7,60 EURO in der Stunde (SPD-Forderung: Mindestlohn EURO 7,50!) morgens nicht mehr aufsteht….? Anne Will schaffte es mal wieder nicht die Diskussion auf den Punkt zu bringen und ein Ergebnis zu produzieren. Wenn bei solchen Diskussionen keine Ansätze zu Problemlösungen erarbeitet werden, sollte man die kostbare Sendezeit für etwas Besseres nutzen!
Tipp für Nachtschwärmer: INAS NACHT
7 Dezember 2009Schon seit 2007 konnte man im 3. Programm des NDR freitags um Mitternacht einen Ausflug in die Altonaer Hafenkneipe „Zum Schellfischposten“ machen. Aus dieser urigen Pinte wird die Late-Night-Show „Inas Nacht“ gesendet. Ina Müller, die in der kleinen Kneipe nur 14 Sitzplätze anzubieten hat, singt und plaudert mit bekannten Größen aus dem Showgeschäft und gibt auch dem Nachwuchs eine Chance. Zu jeder Sendung gehört der Wilhelmsburger Shantychor „Tampentrekker“, das sind etwa 20 ältere Herren mit einem Elbsegler auf dem Kopf, die vor der Kneipe stehen und gelungene Pointen mit einem lustigen Ständchen belohnen. Die Sendung am 3. Dezember, in der Ulrich Wickert, der „Ex-Mr. Tagesschau“ zu Gast war, gehörte nicht gerade zu den stärksten Ausgaben der bisherigen Staffeln. Bevor die beiden französisches Liedgut vortrugen, sagte Ina Müller: „Uli kann nicht singen und ich kann kein Französisch“. Mit dieser Ankündigung wäre es sicher besser gewesen auf den Gesang zu verzichten. Die bisher tollsten Sendungen waren mit: Jürgen von der Lippe, Jürgen Drews, Jan Josef Liefers und Ingrid van Bergen, wie auch eine Sendung mit Peter Maffay. Inas Nacht, für die „Beste Late-Night-Show“ 2009 mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet, hat 2009 auch den Sprung vom 3. Programm des NDR ins 1. geschafft. Die Sendetermine sind donnerstags 23.45 Uhr in der ARD und Wiederholungen freitags um 0.00 Uhr im NDR.
Mit fast 80 in den Puff!!!???
4 Dezember 2009Am 1.12. sendete die ARD in der Sendung „Menschen bei Maischberger“ eine Talkrunde mit dem Titel: „Sex als Ware: Sollen wir Prostitution verbieten?“. Zu diesem Thema hatte die nach meiner Meinung derzeit beste Moderatorin der bundesdeutschen Fernsehlandschaft Sandra Maischberger, die nur noch von ihrem „Amtsbruder“ Frank Plasberg übertroffen wird, eine „illustre Runde“ eingeladen. Es waren eine Bordellbesitzerin, die sich auch gerne die Berufszeichnungen „Puffmutter“, „Tagesmutter“ oder „Herbergsmutter“ vorstellen konnte, eine „Teilzeitnutte“, einen „Ex-Zuhälter“, der 8 Jahre im Knast war, eine Sozialarbeiterin, mit 18 Jahren Erfahrung im Rotlichtmilieu, einen Polizeibeamten a.D. mit dem Spezialgebiet Zwangsprostitution und Rolf Eden, den knapp 80-jährigen ehemaligen Nachtclubbesitzer aus Berlin, dessen bekanntester Laden sicher das „Big Eden“ war, das er 2002 verkaufte. Seit langer Zeit besitzt Eden unendlich viele Wohnungen und einige Mietshäuser. Er war grundsätzlich der Meinung, dass Prostitution ein ganz normaler Beruf ist, Sex als Ware völlig normal ist und die Prostitution nicht verboten gehört. Im Übrigen sei es ihm völlig egal, woher die Mädchen kommen und ob sie sich freiwillig oder durch Zwang in die Prostitution begeben haben. Der Opa-Freier sagte, dass es im Puff ein ganz besonderes Gefühl sei und betonte, dass er gerne 400 – 500 EURO zahlen würde, wenn er „richtig geil“ ist!!!??? Man kann sich da nur fragen: Was macht ein fast 80-jähriger Mann im Puff?
ARD zieht den Stecker
23 September 2009Wenn Andy Borg seinen Musikantenstadl moderiert, schaut die Jugend ganz sicher nicht ARD. Doch es soll ja auch Leute geben, denen die Volksmusik gefällt. Und diese Leute saßen am Samstagabend vor ihren Fernsehern und folgten der Übertragung – eine Live-Übertragung. Dass wirklich live gesendet wurde, davon konnten sich alle nach 120 Minuten überzeugen, denn da war Schluss. Andy Borg war zwar noch nicht am Ende, die ARD dagegen schon. Gerade war eine Blaskapelle angesagt und dann schauten 5,63 Millionen Zuschauer sprichwörtlich in die Röhre, denn die ARD brach die Live-Übertragung ab.
Begründung der ARD: Die Lottozahlen sollten pünktlich gezeigt werden. Stimmt, was können denn auch die Lottozahlen dafür, dass so ziemlich jede Live-Sendung länger dauert, als geplant. Doch die Lottozahlen mussten wirklich pünktlich gezeigt werden, dies lag aber nicht an ihnen selbst, sondern am weiteren ARD-Programm an diesem Abend. Da stand nämlich noch der Boxkampf zwischen Sebastian Sylvester und Giovanni Lorenzo an. Wahrscheinlicher dürfte es sein, dass beim “Musikantenstadl” der Stecker gezogen wurde, damit der Boxkampf rechtzeitig beginnen konnte.