Unter dem Titel: „Gestern Mittelschicht, heute ganz unten – wenn Familien abstürzen“, zeigte die Stern-TV-Reportage am 15. Dezember einen Bericht, der vielen jungen Menschen und Familien im mittleren Alter Angst machen konnte. Wenn man nicht selbst betroffen ist und keine Bekannten oder Verwandte hat, die bereits einen sozialen Absturz erlebt haben, hören sich die Zahlen nüchtern an. Die Statistik sagt: „Jede 4. Familie in Deutschland fällt nach dem Reichtums und Armutsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2008 unter die Armutsgrenze“ oder: „Jeder 8. Bundesbürger ist arm, denn er hat ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 781,– EURO!“ Erst wenn man die Schicksale hinter den Zahlen sieht, kann man sich vorstellen, wie tief viele Menschen schon ein Jahr nach der Kündigung des Arbeitsplatzes fallen können. Wir hören jeden Tag, dass wir noch in der Krise sind und wie viele der Kurzarbeiter im nächsten Jahr arbeitslos werden, steht noch in den Sternen. Selbstverständlich dürfen wir Faulheit nicht unterstützen und die sogenannten Arbeitsagenturen müssen bei „Sozialschmarotzern“ hart durchgreifen, aber eine reiche Gesellschaft muss auch dafür sorgen, dass unschuldig in Not geratene arbeitswillige Menschen nicht ins bodenlose abstürzen. Diese Aufgabe und diejenige darauf zu achten, dass die Schere zwischen arm und reich nicht noch weiter auseinandergeht, sondern sich langsam wieder etwas mehr schließt, ist eine dringende Aufgabe der Politik in den nächsten Jahren.
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Absturz der Mittelschicht!
18 Dezember 2009Deutsche Familien und ihre Probleme
2 September 2009RTL bietet ein neues Nachmittagsprogramm; ein neues Format nennt sich “Familien im Brennpunkt”. Montag bis Freitag führt RTL sein Publikum mit dem neuen Format in Problemfamilien und zeigt den Alltag und Extremsituationen in den Familien. Ob häusliche Gewalt, vernachlässigte Kinder oder das Leben mit einem Fuß im Gefängnis, RTL zeigt, wie schlimm es um Deutsche Familien bestellt ist. Fragwürdig nur, was das Format vermittelt. Wird durch täglich 60 Minuten Blick in Problemfamilien der Zuschauer nun sensibilisiert oder geschieht das Gegenteil und die sozialen Problematiken werden irgendwann als normal angesehen.
Ob die grenzwertigen Fälle wirklich ins Fernsehen gehören oder nicht doch eine Hilfestellung durch Ämter und Ärzte erfolgen sollte, darüber lässt sich streiten und sicherlich auch über die Auswirkungen solcher Formate. Viele der gezeigten Familien leben sicherlich in sozialen Brennpunkten und klar wird hier auch ein gewisses Klischee bedient, denn gerade Gewalt in sozial schwachen Familien wird hier wieder einmal ins Blickfeld gerückt. Doch auf der einen Seite gibt es auch in Familien der Oberschicht Probleme im häuslichen Bereich und auf der anderen Seite glaubt man beim Blick in das Fernsehprogramm, kaum noch daran, dass es auch noch Familien ohne spektakuläre Probleme geben kann.