Am Montag, den 31. Mai, zeigten ARD und ZDF gemeinsam einen „Brennpunkt“ und das Interview mit Angela Merkel wurde gemeinsam von Bettina Schausten vom ZDF und Ulrich Deppendorf, dem Leiter des ARD – Hauptstadtstudios, geführt. Es gab zwei Themenfelder, zu denen die Bundeskanzlerin befragt wurde. Natürlich zunächst der rücktritt des Bundespräsidenten Horst Köhler, der „plötzlich und unerwartet“ die Medien am Montag erschütterte und die Ermordung von Friedensaktivisten durch die israelische Armee.
Horst Köhler
hatte sich anlässlich eines Interviews auf dem Rückflug aus Afghanistan am 22. Mai zu einer Bemerkung hinreißen lassen, die nicht der Verfassung entspricht. Sinngemäß argumentierte er, dass eine Wirtschaftsmacht, wie Deutschland, auch zum Beispiel die Handelswege durch militärische Gewalt schützen und durchlässig machen darf. Diese Äußerung, die als Zustimmung für kriegerische Einsätze aufgrund wirtschaftlicher Interessen gewertet wurde, wurde danach von verschiedenen Seiten kritisiert. Horst Köhler hatte sich wahrscheinlich eine stärkere Unterstützung durch die CDU vorgestellt und konnte diese Kritik wohl nicht verarbeiten. Köhler hatte allerdings in den letzten Jahren auch gegenüber der CDU heftig ausgeteilt. Wer austeilen kann, muss auch mit etwas Kritik leben können. Das hat mit unzureichendem Respekt vor dem Amt nichts zu tun. Der „kleine Horst“ ist beleidigt und geht! So respektlos ist noch keiner mit dem Amt des Bundespräsidenten umgegangen!