Die Schonfrist müsste eigentlich schon lange abgelaufen sein, aber die ARD lässt Anne Will jede Woche wieder einen neuen Versuch starten die Zuschauer zu vergraulen. Sie war zwar bei den Tagesthemen brauchbar, aber als Moderatorin einer Talkshow eher nicht. Das merkt man auch an der Qualität der Gäste, die mit dem Niveau der Gäste von Sabine Christiansen nichts mehr zu tun hat. Für das so wichtige Thema Leiharbeit unter dem Motto: „Methode Schlecker – Faire Arbeitsplätze Fehlanzeige?”, hätte man sich schon die erste Reihe der Politik gewünscht, um konkrete Änderungszusagen in diesem von Schröder zu verantwortenden Gesetzeswerk zu bekommen. Außer dem Personaldienstleister Peter Mumme, der für die Branche dazugehörte und dem früheren Chef der Bundesanstalt für Arbeit und heutige Präsident des neu gegründeten Arbeitgeberverbandes Neue Brief- und Zustelldienste Florian Gerster (SPD), der als Lobbyist natürlich die Billiglöhne verteidigte, nur Fehlanzeigen. Wer will die ausgemusterte Herta Däubler-Gmelin von der SPD, den unbekannte ver.di-Mann Achim Neumann und die Lidl-Betriebsrätin Ulrike Schramm-de Robertis in einer solchen Sendung sehen? Dazu noch der 26-jährige Fabian Stölzel, der als ungelernter Briefzusteller gekündigt hat und für 7,60 EURO in der Stunde (SPD-Forderung: Mindestlohn EURO 7,50!) morgens nicht mehr aufsteht….? Anne Will schaffte es mal wieder nicht die Diskussion auf den Punkt zu bringen und ein Ergebnis zu produzieren. Wenn bei solchen Diskussionen keine Ansätze zu Problemlösungen erarbeitet werden, sollte man die kostbare Sendezeit für etwas Besseres nutzen!
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Anne “will” – kann’s aber nicht!
26 Januar 2010Absturz der Mittelschicht!
18 Dezember 2009Unter dem Titel: „Gestern Mittelschicht, heute ganz unten – wenn Familien abstürzen“, zeigte die Stern-TV-Reportage am 15. Dezember einen Bericht, der vielen jungen Menschen und Familien im mittleren Alter Angst machen konnte. Wenn man nicht selbst betroffen ist und keine Bekannten oder Verwandte hat, die bereits einen sozialen Absturz erlebt haben, hören sich die Zahlen nüchtern an. Die Statistik sagt: „Jede 4. Familie in Deutschland fällt nach dem Reichtums und Armutsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2008 unter die Armutsgrenze“ oder: „Jeder 8. Bundesbürger ist arm, denn er hat ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 781,– EURO!“ Erst wenn man die Schicksale hinter den Zahlen sieht, kann man sich vorstellen, wie tief viele Menschen schon ein Jahr nach der Kündigung des Arbeitsplatzes fallen können. Wir hören jeden Tag, dass wir noch in der Krise sind und wie viele der Kurzarbeiter im nächsten Jahr arbeitslos werden, steht noch in den Sternen. Selbstverständlich dürfen wir Faulheit nicht unterstützen und die sogenannten Arbeitsagenturen müssen bei „Sozialschmarotzern“ hart durchgreifen, aber eine reiche Gesellschaft muss auch dafür sorgen, dass unschuldig in Not geratene arbeitswillige Menschen nicht ins bodenlose abstürzen. Diese Aufgabe und diejenige darauf zu achten, dass die Schere zwischen arm und reich nicht noch weiter auseinandergeht, sondern sich langsam wieder etwas mehr schließt, ist eine dringende Aufgabe der Politik in den nächsten Jahren.
Da hat die SPD etwas (noch immer) nicht verstanden!
15 November 2009Die Berichterstattung vom SPD-Parteitag, die in allen Nachrichtensendungen von ARD, ZDF, RTL und SAT1 zum Hauptthema wurde, konnte keine Neuigkeiten vermelden. Wie erwartet, wurde Gabriel zum Vorsitzenden gewählt. Es gab kaum jemanden, der sich für dieses Amt interessiert hat, aber wer bei Schröder gelernt hat, der hat wahrscheinlich den „Grundkurs in Machtgeilheit“ besucht. Es war zwar keine große Überraschung, dass Frau Nahles für die Wahl zur Generalsekretärin nicht einmal 70% der Delegiertenstimmen hinter sich bringen konnte, aber für diese Funktion keine gute Voraussetzung. „Münte“ darf sich zu seiner 40 Jahre jüngeren „Mitbewohnerin“ zurückziehen und der farblose Steinmeier konnte auch beim Versuch einer Angriffsrede gegen die Regierung nicht überzeugen. Der Leitantrag des Parteitages wurde (man höre und staune) mit einer ganzen Gegenstimme verabschiedet. Auch der Leitantrag hat wenige Neuigkeiten; es sollen allerdings 3 neue „Neidsteuern“ eingeführt werden: die Vermögenssteuer, eine Finanzmarktsteuer und ein Bildungssoli auf Spitzeneinkommen. Da hat die SPD etwas noch immer nicht verstanden: Sozial ist nicht den Reichen etwas wegnehmen, sondern den Armen etwas zu geben! Das hatten vorher Angela und Guido bereits mit dem dreifachen Schonvermögen und einem Hinzuverdienst von 400 € für ALGII-Empfänger getan. Mit solchen Entscheidungen befinden sich CDU und FDP eindeutig weiterhin auf der Überholspur und die SPD darf sich nicht wundern, wenn auch die Linke demnächst vorbeizieht……
Plasberg diesmal „weich aber fair“!
6 November 2009Frank Plasberg fehlte in der ARD-Sendung hart aber fair, die man mittwochs im Ersten sehen kann, leider am 4. November die sonst bekannte Härte. Die Gäste waren der Kohl-Berater Horst Teltschik, ZDF-Moderator Wolfgang Herles, Boxer Henry Maske, die Journalistin Angela Elis und Uwe Steimle, der früher im Polizeiruf 110 als Kommissar zu sehen war. Das Thema der Sendung „Einigkeit und Recht auf Fremdheit – wann fällt die Mauer in den Köpfen?“ wurde sehr aufgeregt diskutiert. Steimle, der bereits als „Nörgel-Ossi“ bekannt ist und dies immer in einem strengen sächsischen Dialekt tut, verherrlichte seine alte DDR diffamierte die Westdeutschen, die wegen des Aufstands am 17. Juni 1953 früher Gedenkkerzen in die Fenster stellten und auch Angela Merkel bekam noch „kräftige Seitenhiebe“. Sogar Frank Plasberg schien einen Moment von den Angriffen so überrascht, dass er nicht hart genug einstieg; blieb aber fair und versuchte sogar noch die Bundeskanzlerin gegen den aggressiven Sachsen zu verteidigen. Solange solche Leute weiterhin zu Fernsehsendungen eingeladen werden, wird es noch lange dauern bis die Mauer in den Köpfen fällt.
Very British, very Schlau
11 Oktober 2009Noch steht nicht einmal der Termin für die nächste Parlamentswahl in England fest. Doch bereits jetzt wird darüber gestritten, ob im Vorfeld TV-Duelle wie in Deutschland ausgestrahlt werden sollten. Bislang hat es so etwas im britischen Fernsehen noch nicht gegeben. Seit der letzten Bundestagswahl aber verlangen nun vor allem die Tories so wird die konservative Partei in England genannt) und die “Lib Dems” (vergleichbar mit den Freien Demokraten) nach einer entsprechenden TV-Gelegenheit, die Wähler für sich einzunehmen. Bislang hat sich Premierminister Gordon Brown von der “Labour”-Partei (entspricht den deutschen Sozialdemokraten) noch heftig gegen das Ansinnen eines Fernsehduells wehren können. Kein Wunder, dass er sich sträubt – er hat am meisten zu verlieren während seine Gegner eigentlich nur gewinnen können. Doch die jüngsten Umfragen lassen ihn nun einlenken. Sie signalisieren, dass eine Mehrheit in der Bevölkerung ein TV-Duell sehr wohl sehen möchte und als Hilfe zur Wahlentscheidung betrachten würde. Die letzte Meldung aus Downing Street Number 10 geht denn auch in die richtige Richtung. Der Regierungschef, so heißt es von dort, habe sich inzwischen mit dem Gedanken eines TV-Duells angefreundet und denke positiv darüber nach.