Der knorrige Doc humpelt jetzt wieder dienstags um 21:15 Uhr über den Fernsehbildschirm. Nach der Unterbrechung der fünften Staffel, die wegen der langsamen Synchronsprecher, die die US-Erfolgsserie ins Deutsche umwandeln dürfen (vielleicht geht die Schweinegrippe ja auf die Stimmbänder), zwangsläufig eintreten musste, erfuhr RTL am Dienstagabend letzte Woche mal wieder Einschaltquoten der Spitzenklasse: Ganze 28,5 % Marktanteil konnte der Sender für sich gewinnen – dank eines zynischen Krüppels, wie sich Dr. House in der Serie ja selbst bezeichnet, und einem einzigartigen Drehbuch, dessen Krankheitsfälle manchmal etwas von der Realität abkommen – aber wen interessiert das schon?!
Der US-Arzt hatte es am Abend des 1. September mit einem Geiselnehmer zu tun, was House jedoch nicht daran hinderte, seine absolut lässigen und sarkastischen Sprüche abzulassen. Und so verfielen 4,9 Millionen Deutsche am Dienstagabend vor ihrem Fernseher in großes Gelächter, wenn Sätze fielen wie “Wir leben noch! Hoffentlich lüge ich nicht…”. Ein Mann, ein Sender, eine Mission: Das schon mit einem Weltrekord als erfolgreichste Serie ausgezeichnete Format auch in Deutschland an die Spitze zu bringen, sodass RTL nicht völlig den Bach runter geht. Ich denke da an Sendungen, in denen Deutschlands Superstar gesucht wird, und – als wäre das nicht schon genug – mit einem Herrn Bohlen in der Jury. Oder an mitleidserregende Landwirte, die vor der Kamera die Frau fürs Leben suchen …