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Warum gibt es keinen Notfallplan?

5 Mai 2010

Vor fast zwei Wochen ist im Golf von Mexiko die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ nach einer Explosion gesunken. Seit dieser Zeit kann man in den Nachrichtensendungen aller Fernsehkanäle und in vielen Magazinen täglich die traurigen Bilder sehen, die durch fast 800.000 Liter ausströmendes Rohöl pro Tag eine Umweltkatastrophe erkennen lassen, deren Ausmaß noch nicht absehbar ist. Es werden zwar Situationsberichte gebracht, aber man vermisst in fast allen Sendungen wirklich kritische Kommentare gegenüber dem Krisenmanagement des Ölmultis BP und die Frage nach dem Notfallplan für ein solches „Worst-Case-Szenario“, also den ungünstigsten anzunehmenden Fall. Erst wurde beschönigt und dann war das Wetter schlecht…??? Die Küsten der US-Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Florida werden von dem herannahenden Ölteppich, der die Größe von etwa 10.000 qkm, das ist etwa die halbe Fläche der Bundesländer Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt hat, bedroht. Die kompletten Fischbestände, große Austernbänke, die speziell in diesem Gebiet vorhandene Vielfalt in der Vogelwelt und selbstverständlich alle dort lebenden Menschen, die meist ihren Lebensunterhalt mit dem Fischfang oder dem Tourismus bestreiten, werden möglicherweise die Opfer dieser Katastrophe sein. Gerade die Amerikaner sind sonst für die Absicherung aller Eventualitäten bekannt und haben eine Schadenersatzrechtsprechung, die hohe Summen kennt. Wenn bald keine Lösung gefunden wird, der Kursverfall der BP-Aktie weitergeht und Obama alle Schadenersatzansprüche gegen BP durchsetzt, müsste der Amerikanische Staat demnächst Hauptaktionär des Ölmultis BP sein.